Vertikalbegrünungen

Tipps und Wissenswertes zu vertikalen Begrünungen

  • Was ist Hydrokultur?

    In dem Begriff steckt das griechische Wort „hydro", das heißt „Wasser". Hydrokultur könnte man also frei als „Wasserkultur" bezeichnen. Pflanzen brauchen keine „Erde", sie brauchen ein Substrat, in dem ihre Wurzeln Halt finden, sowie Wasser, Luft und Nährstoffe in ihrem Wurzelbereich.
    Während Pflanzen und Erde draußen in der Natur meist perfekt aufeinander abgestimmt sind, ändern sich die Spielregeln, sobald sich Pflanzen in Gefäßen befinden. Diese Veränderung setzt manche Abläufe außer Kraft – z.B. werden hier keine Regenwürmer benötigt. Draußen sind diese und viele Kleinstlebewesen wichtig, weil sie die Erden auflockern, sodass Luft an die Pflanzenwurzeln kommt. Der Landwirt pflügt die Felder, um die Erde locker und luftdurchlässig zu machen. Für das Pflanzgefäß aber gibt es ein Substrat, das von vornherein sicherstellt, dass sich der Wurzelbereich nicht verdichtet und luftundurchlässig wird: Das ist der Blähton der Hydrokultur.
    Da der Blähton selbst von Haus aus völlig neutral ist und – anders als die Erde – keine Nährstoffe „mitbringt", können hier die benötigten Nährstoffe ganz gezielt und genau dosiert zugegeben werden. Das gilt erst recht für das Wasser, das die Pflanzen brauchen: Zum ersten Mal ist es mit Hydrokultur möglich geworden, die Wassermenge pro Pflanzgefäß genau zu bestimmen. Und, was noch viel wichtiger ist: Jetzt kann man der Pflanze einen Wasservorrat mitgeben! Je nach Gefäßgröße kann es ausreichen, nur etwa alle vier Wochen zu gießen.

     

    Hydrokulturbepflanzung als Raumteiler

  • Welche Vorteile bietet das Hydrokultursystem?
    • Minimaler Pflegeaufwand
    • Das verwendete Substrat (Blähton) bietet Pflanzen im Innenraum eine optimale Wachstumsgrundlage
    • Das Substrat ist pilz- und keimfrei
    • Hydrokultur ist geeignet für Allergiker
    • Verbesserung des Raumklimas, Steigerung der Luftqualität
    • Pflanzen in Hydrokultur sind langlebiger und vitaler
    • Hydropflanzen sind widerstandsfähiger
    • Deutlich geringerer Schädlingsbefall
    • Das Substrat ermöglicht eine lebenswichtige Luftversorgung der Wurzeln
    • Optimal für Urlauber: Durch das Wasserreservoir besteht die Möglichkeit, die Pflanze für mehrere Wochen auf Vorrat zu gießen. Dies sollte jedoch die Ausnahme bleiben.
    • Unkompliziertes und einfaches Gießen durch das Gießsystem mit Wasserstandsanzeiger

     

    Vorteile von Hydrokultursystemen

  • Welche Alternativen gibt es zur Hydrokultur in der Innenraumbegrünung?
    • Erde
    • Seramis
    • Zeostrat

     

  • Wie gieße ich richtig?

    Gießen von Hydrokultursystemen: Bewässern Sie die Pflanzen bitte nur bis zur Optimum-Markierung. Geben Sie dazu ausschließlich Leitungswasser von oben auf die Blähtonoberfläche. Kaffee-, Tee- oder Reinigungsreste führen zu Pflanzenschädigungen und unangenehmen Gerüchen. Das nächste Gießen wird erst nötig, wenn der Pegel das Minimum anzeigt. Lassen Sie die Pflanze drei Tage auf diesem Pegel-Niveau stehen und gießen Sie erst dann wieder mit frischem Wasser. Der Wasserstand muss zwischendurch niedrig sein, da Pflanzenwurzeln Luft benötigen. Bei dauerhaftem Sauerstoffmangel durch einen andauernd hohen Wasserstand droht Wurzelfäule.
    Tipp: Klopfen Sie zur Kontrolle sachte am Wasserstandsanzeiger oder kippen Sie das Gefäß leicht zur Seite.
    Gießrhythmus und Wassermenge variieren je nach Gefäß-und Pflanzengröße sowie Standort und Umgebungstemperatur.

     

     

  • Substrate für die Außenbegrünung. Können Pflanzen mit Lava- oder Hydrosteinen bzw. Seramisprodukten dauerhaft im Garten stehen?

    Bei der richtigen Substratwahl für die Außenbegrünung kommt es auch auf die Frostfestigkeit an. Verschiedenste Vulkanaschen sowie Blähton und Schiefer sind für die Außenbegrünung geeignet. Sie können für Beete, Gefäße und zur Dachbegrünung genutzt werden.
    Seramis hingegen muss mit Vorsicht eingesetzt werden. Aus der Praxis ist uns bisher nur ein Beispiel bekannt, in dem sich die Außenbegrünung als frostfest erwiesen hat. Daher sollte im Zweifel besser auf die zuerst genannten Produkte zurückgegriffen werden.

     

    Blähton als Anstauschicht in Terrassengefäß

  • Lebensdauer Hydrokultur. Wie lange sind Pflanzen in Hydrokulturen haltbar? Was sind die schlimmsten Fehler?

    Grundsätzlich ist festzuhalten, dass Hydropflanzungen normalerweise haltbarer sind als Pflanzungen in gärtnerischen Erden auf Basis organischer Substrate. Hydrokulturen können unter optimalen Bedingungen mehrere Jahrzehnte lang halten. Aus der Praxis sind Anlagen bekannt, die bereits älter als 20 Jahre sind.
    Dass Bepflanzungen vorher scheitern, liegt häufig an einem zu hohen Wasserstand, an unzureichenden Lichtbedingungen oder einer falschen Pflege. Zudem werden oft gravierende Fehler bei der Nährstoffversorgung gemacht.

     

    langlebige Ficus Bepflanzung in einem Holzgefäß

  • Wachstum. Warum wachsen Pflanzen überhaupt in Hydrokulturen?

     Fünf Dinge braucht jede Pflanze:

    • Licht
    • Wärme
    • Luft
    • Wasser
    • Nährstoffe

    Das Licht und die Wärme sind abhängig von dem Standort, den wir für unsere Pflanzen wählen: Stehen sie nah am Fenster in einem warmen Raum oder in einem dunklen Winkel im kühlen Flur?
    Das Zusammenspiel von Luft, Wasser und Nährstoffen hingegen geschieht im Pflanzgefäß, genauer gesagt im Wurzelbereich der Pflanze. Die Atmung der Pflanze läuft nicht nur über ihre Blätter ab, sondern ebenfalls über die Wurzeln. Wenn ein Gewächs also z.B. ständig zu viel Wasser bekommt, hat es zugleich auch immer zu wenig Luft - es „erstickt" förmlich. Die Wurzelatmung spielt darum eine ebenso entscheidende Rolle für die Pflanzengesundheit wie die Blattatmung.
    Dem Wachstumsfaktor Luft greift nun die Hydrokultur kräftig unter die Arme. Die Blähton-Kügelchen sind formstabil und garantieren den Wurzeln so eine ausreichende Luftzufuhr. Diese absolut sicheren „Luftkammern" könnten nur durch zu viel Wasser verdrängt werden – deshalb gehört der Wasserstandsanzeiger zu den wichtigsten Bestanteilen der Hydrokultur. Mit dieser Anzeige zum minimalen, optimalen oder maximalen Wasserstand im Gefäß wird sichergestellt, dass wir nicht mehr gießen, als die Pflanze braucht – bis etwa auf ein Drittel der Gefäßhöhe. So ist auch im oberen Teil des Gefäßes stets eine ausreichende Luftversorgung gewährleistet.

     

    Wachstumsfaktor Licht für vitale Pflanzen

  • Pflanzenverhalten. Wie wird die Wasser- und Nährstoffversorgung bei einer Hydrokultur geregelt?

    Entgegen der weitläufigen Meinung beziehen Pflanzen ihre Nährstoffe nicht direkt aus der Erde, sondern aus dem Wasser, das die Erde durchströmt. Dabei nimmt es die dort gespeicherten Nährstoffe auf und wird so zu einer für die Pflanze verwertbaren Nährlösung. Dieses Prinzip nutzt die Hydrokultur – hier erhält das lebende Grün alle nötigen Nährstoffe direkt über den Dünger, der dem Wasser zugegeben wird.
    Bei der Pflege muss daher immer darauf geachtet werden, einen speziell auf Hydrokulturen abgestimmten Dünger zu nutzen. Dieser kann ganz exakt dosiert werden, denn der Blähton selbst ist anorganisch und „neutral", er bildet keinen Puffer und hat auch sonst keinen Einfluss.
    Zugleich sorgt der Wasserstandsanzeiger dafür, dass nicht zu viel gegossen wird – diese Sorte falsch verstandenen „Verwöhnens" ist nämlich die häufigste Ursache für Pflanzenschäden. Außerdem sagt uns der Wasserstandsanzeiger, wann der Wasservorrat aufgebraucht ist und wieder gegossen werden muss. So entsteht ein Wechsel - wie bei Ebbe und Flut -, der den Pflanzen bestens bekommt. Mit dem ausgewogenen Luft-Wasser-Verhältnis im Pflanzgefäß geht es der Pflanze sichtlich gut und der Pflanzenfreund genießt den Luxus von deutlich längeren Gießintervallen.
    Die Pflanzen können gesund gedeihen und bei optimaler Wasser- und Nährstoffversorgung immer auch gleichzeitig atmen. Damit bietet die Hydrokultur unseren Zimmerpflanzen drei von fünf Wachstumsfaktoren in einem optimalen und sicheren System. Weil das so gut funktioniert und Pflanzen in Hydrokulturen häufig besser gedeihen, wird das System auch schon seit langem dort genutzt, wo es um Ernährung geht - wie etwa bei der Gemüse-Anzucht.

     

    Anzuchtbeet mit Zimmertannen

  • Pflanzenprobleme. Welche Ursache können braune Blätter und hängende Pflanzenteile in einer Hydrokultur haben? Hat ein Standort direkt über einer Heizung vielleicht einen Einfluss?

    Ein Standort unmittelbar über dem Heizkörper ist sicher nicht optimal. Jedoch erinnern die Symptome eher an eine zu feuchte Kultur. Ein zu hoher Wasserstand könnte daher die Ursache sein - leicht zu erkennen an der Fäulnis, die sich im Bereich der Wurzeln bildet.
    Insbesondere in Hydrokulturen mit zu großen Gefäßen ist dies häufig zu beobachten. Generell sollte die Kultur von Pflanzen in Hydrosystemen eine ausgewogene Relation zwischen Kulturtopf und Gefäßgröße aufweisen.

     

    Warmer Standort nahe heizung

  • Sonnenschutzverglasung im Wintergarten. Welchen Einfluss hat Sonnenschutzverglasung auf die Pflanzengesundheit?

    Sonnenschutzverglasungen filtern die für Pflanzen wichtigen blauen und roten Wellenlängen des Lichtes heraus. Die Pflanzen stehen im Dunkeln, obwohl es für das menschliche Auge hell ist. Die Folgen sind erhebliche Wachstumsstörungen und im Extremfall das Absterben der Pflanzen.

     

    Sonnenschutzverglasung reduziert Pflanzenlicht

  • Kann ich auch Pflanzensamen auf Hydrokultur ausstreuen?

    Aussaaten für Hydrokulturen brauchen ein feines Granulat . Im normalen Blähton der Körnung 8/16 mm werden Aussaaten kaum gelingen. In den Praxisbetrieben wird in der Regel in Perlite ausgesät. Es handelt sich um eine weiße Vulkanasche, die im Baugewerbe auch als Isolierung verwendet wird. Alternativ können Sie auch Seramis für Aussaaten verwenden. Die Samen nach Möglichkeit leicht mit Granulat überdecken, damit sie nicht austrocknen und bei möglichst optimaler Temperatur aufstellen. "Lichtkeimer" nicht abdecken.

     

    Blütenstand einer Zimmerpflanze

  • Steinwolle: Ist das Anwurzeln von Stecklingen besser auf Blähton oder auf Steinwolle? Kann man auf Steinwolle bewurzelte Stecklinge erfolgreich auf Blähton weiterkultivieren?

    Erfahrungsgemäß bilden Stecklinge in Steinwolle besser und schneller Wurzeln. Dies dürfte auf den besseren Kontakt zwischen Stecklingsbasis und dem Substrat zurückzuführen sein, wodurch sich eine bessere Wasserversorgung ergibt. In Steinwolle bewurzelte Jungpflanzen lassen sich relativ problemlos in Blähton überführen. Bevor die Pflanzen in den Blähton eingewurzelt sind, ist jedoch auf eine ausreichende Wasserversorgung zu achten. Der Steinwollwürfel darf in dieser Zeit nicht austrocknen. Später ist das Austrocknen des Würfels durchaus erwünscht.

     

    Tomatenanzucht mit Früchten

  • Was muss ich beim Bewurzeln von Gummibäumen beachten?

    Gummibäume zu bewurzeln ist nicht ganz einfach. Aus diesem Grund wird empfohlen, die Pflanzen "abzumoosen". Dabei wird der zu bewurzelnde Trieb an der Mutterpflanze belassen und lediglich bis etwa zur Hälfte des Stengels eine Kerbe ausgeschnitten. Das Ganze wird dann mit feuchtem Torfmull und einer Folie umhüllt und gewartet bis sich Wurzeln gebildet haben. Dann erst wird der Trieb von der Pflanze ganz abgeschnitten. In Ihrem Falle sollten Sie warten, bis sich in Wasser Wurzeln bilden. Dazu das Gefäß möglichst warm und hell stellen und Geduld haben. Es wird sicher noch einige Wochen dauern. Wöchentlich das Wasser wechseln. Eine schwache Düngelösung kann hilfreich sein, dazu etwa 1/10 der üblichen Konzentration eines Flüssigdüngers einsetzen.

     

    Ficus Amstel King Trieb Nahaufnahme

  • Müssen Hydropflanzen regelmäßig durchgespült werden?

    Nach neuerer Versuchserfahrung hat sich die Empfehlung zum Durchspülen der Gefäße gewandelt. Dies ist nur noch bei einem akuten Fehler (Überdosierung, Verschmutzung der Nährlösung durch Getränkereste etc.) sinnvoll. Im Regelfall kann darauf verzichtet werden. Wichtig ist in diesem Falle, dass die natürliche Aufwärtsbewegung der Salze und das Auskristallisieren an der Substratoberfläche gefördert wird. Dies erreicht man dadurch, dass Wasser oder Nährlösung nur an einer Stelle eingefüllt wird. Die sich oben ablagernden Salze lassen sich durch Austauschen der obersten Blähtonschicht in größeren Zeitabständen leicht entfernen. Auf diese Weise werden Ballastsalze aus dem Gießwasser ebenso entfernt, wie unverbrauchte Nährstoffe.

     

    Blähton im bepflanzten Gefäß

  • Warum lassen Pflanzen ihre Blätter hängen?

    In den meisten Fällen gibt es zwei Gründe, warum die Blätter einer Pflanze schlappen: Entweder ist sie zu trocken oder zu nass. Beides hat dieselbe Ursache: Die Pflanze kann kein Wasser aufnehmen.
    Bei Trockenheit lässt sich durch Gießen schnell Abhilfe schaffen. Steht die Pflanze jedoch lange zu nass, faulen die Wurzeln. Auch dies hat zur Folge, dass die Pflanze kein Wasser mehr aufnehmen kann und schlappt. Wird dies zu spät erkannt oder sogar noch mehr gegossen, weil Trockenheit vermutet wird, faulen die Wurzeln komplett weg. Dabei können sehr unangenehme Gerüche entstehen.

     

    Schlappen die Blätter ist oft zu viel oder wenig gegossen

  • Können Zimmerpflanzen mit Regenwasser gegossen werden?

    Die Verwendung von Regenwasser zur Bewässerung von Pflanzen in Innenräumen, gleichgültig ob Hydrokultur, Seramis oder Torfkultur, ist nicht unproblematisch. Dies liegt daran, dass die im Handel angebotenen Düngemittel für Endverbraucher für die Kombination mit salzfreiem Gießwasser nicht geeignet sind.

    Zum Beispiel der Einsatz von Ionenaustauscherdüngern (z.B. Lewatit) bei Hydrokulturen: Diese setzen eine gewisse Salzmenge im Gießwasser voraus, damit der Ionenaustausch funktioniert.

    Der Hersteller von Lewatit HD5, die Firma Bayer/Leverkusen, hat dieses Problem erkannt und für weiche salzarme Gießwässer das "Lewatit HD5 plus" entwickelt. Dieser Ionenaustauscher-Dünger enthält zusätzlich ein natürliches Mineral, das den Ionenaustausch fördert und für eine zusätzliche Kalzium- und Magnesium-Versorgung sorgt. Allerdings ist dieser Dünger für salzfreies Wasser, also Regenwasser, nicht geeignet. Zwar werden auch in salzfreiem Wasser deutlich mehr Nährstoffe freigesetzt, der Ionenaustauscher bindet aber nahezu das gesamte Kalzium, Magnesium und Sulfat, so dass den Pflanzen diese unverzichtbaren Nährelemente fehlen.

    Flüssigdünger werden fälchlicherweise häufig als Alternative für salzarme Gießwässer angesehen. Sie sind aber gerade für diesen Einsatzbereich auch nicht geeignet. Flüssigdünger enthalten nämlich keine nennenswerten Mengen an Kalzium und Magnesium. Aus technischen Gründen können beide Nährelemente in konzentrierten Stammlösungen nicht enthalten sein. Außerdem enthalten Flüssigdünger vergleichsweise hohe Ammonium-N-Anteile, die in Kombination mit salzarmen Gießwasser zu einem starken Abfall des pH-Wertes der Nährlösung führen, was die ohnehin schlechte Kalziumversorgung nochmals verschlechtert.

    Aus den oben angeführten Gründen lassen sich zwei Anforderungen an die Zusammenstellung einer Nährlösung ableiten, wenn mit Regenwasser gegossen wird: Es muss die Kalzium-Versorgung sichergestellt und Mineralstickstoff darf nicht als Ammonium verabreicht werden.

    Die Nährlösung wird in diesem Fall aus zwei Komponenten zusammengestellt: Kalksalpeter (0,45 g/Liter) und "Flory Basisdünger 1" (0,35 g/Liter). Über den Kalksalpeter erhalten die Pflanzen Kalzium (Ca) und Nitrat-Stickstoff und über den Basisdünger alle übrigen Nährstoffe, wie Kalium, Phosphat, Magnesium, Schwefel und alle Spurenelemente. Beide Düngemittel können, allerdings jeweils getrennt (!), als Stammlösung in 100-facher Konzentration angesetzt und dann für die Herstellung der Nährlösung 1:100 verdünnt werden. Dies ist die einzige Möglichkeit einer optimalen Düngung in Kombination mit Regenwasser. Kalksalpeter ist stark hygroskopisch und zerfließt, wenn er Luftfeuchtigkeit ausgesetzt ist. Das Gefäß muss unbedingt luftdicht verschlossen sein.

     

    Gießkanne mit Flüssigdünger

  • Sauerstoffgehalt: Lässt sich der Sauerstoffgehalt des Gießwassers künstlich erhöhen?

    Frisch gezapftes Gießwasser ist in der Regel nahezu mit Sauerstoff gesättigt. Eine weitere Sauerstoffzufuhr ist deshalb praktisch wirkungslos.

     

    Hydrokulturen im Anzuchtbeet

  • Welche Einflüsse haben die Wasserhärte und der pH Wert des Gießwassers?

    Für die Pflanzenversorgung mit Nährstoffen ist ein entscheidender Faktor des Gießwassers die Wasserhärte. In weichem Wasser ist wenig Calzium und Magnesium enthalten. Beides lässt sich nur schwer über Dünger zufügen. Somit ist für die Versorgung von Hydrokulturen härteres Wasser besser geeigent.

    Der pH-Wert des Gießwassers darf nicht überbewertet werden. Er hängt nicht nur vom Gehalt des Wassers an Hydrogenkarbonat-Ionen (Säurekapazität bzw. Karbonathärte) ab, sondern wird auch nennenswert von dem CO2-Gehalt des Wassers bestimmt. Bei weichem, schwach gepufferten Wasser wird der pH-Wert durch geringe Einflüsse sehr stark, sowohl nach oben als auch nach unten beeinflusst, ohne dass dies von Bedeutung wäre.

    Entscheidend für die Pflanze ist der pH-Wert, der sich nach Düngerzusatz einstellt. Kurzfristig wird dieser im wesentlichen durch die Phosphatkonzentration (Phosphatpuffersystem) und mittel- und langfristig durch die Mineralstickstoffform (Ammonium oder Nitrat) bestimmt. Er solte im Idealfall bei pH 5,5 liegen.

     

    Buntblättrige Drachenbäume im Anzuchtbeet

     

     

     

  • Kann eine hohe Temperatur der Nährstofflösung im Kulturtopf schädlich sein?


    Eine im Vergleich zur Zimmertemperatur höhere Nährlösungstemperatur im Gefäß kann in der Regel durch zwei Gründe verursacht werden: Einfluss durch Heizung (Heizkörper oder Bodenheizung) oder durch direkte Sonneneinstrahlung. Gegen den Einfluss der Heizung kann man das Gefäß ggf. durch eine isolierende Schicht (Styroporunterlage etc.) schützen.

    Sofern das Gefäß direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, wirkt sich dies besonders stark bei dunklen Gefäßen aus. Ob die Temperaturerhöhung zu Pfanzenschäden führt, hängt außer von der Höhe der Temperatur auch sehr stark von der Pflanzenart ab. Dauerhafte Temperaturen über 40° C sollten jedoch auf jeden Fall vermieden werden.

     

    Drachenbaum vor einem Fenster

     

     

  • Erneuerung – Muss man das Granulat irgendwann erneuern und wenn ja, in welchen zeitlichen Abständen?

    Ein entscheidender Vorteil der "Hydrokultur" liegt darin, dass das eingesetzte Substrat Blähton dauerhaft strukturstabil ist. Es wird weder von Mikroorganismen zersetzt, noch löst es sich auf andere Weise auf. Aus diesem Grund ist ein Austausch des Blähtons nicht notwendig und auch nicht sinnvoll. Ein Austausch kann lediglich für die oberste, nicht durchwurzelte Schicht in Betracht gezogen werden, wenn Salzablagerungen den Blähton unansehnlich gemacht haben.

     

    Schusterpalme in einem Hydrokultur Tischgefäß

  • Was hilft gegen Spinnmilben?

    Spinnmilben saugen nicht an den Leitungsbahnen, sondern an den Zellen der Pflanze. Daher sind sie nicht durch Mittel zu bekämpfen, die systemisch in die Pflanze eingebracht werden. Spinnmilben lassen sich durch das Sprühen von ölhaltigen Pflanzenschutzmitteln bekämpfen. Sie müssen allerdings genau getroffen werden, damit diese Mittel wirken.
    Biologisch und sehr effizient helfen Raubmilben bei Spinnmilben-Befall. Diese suchen die Schädlinge aktiv auf und können sogar den gesamten Befall eindämmen. Der fachlich geschulte Raumbegrüner kann eine solche biologische Pflanzenschutzmaßnahme koordinieren.

     

    Raubmilben helfen bei Spinnmilbenbefall

     Bildmaterial: Dipl.-Biol. Helge Arp, re-natur GmbH

     

  • Können Tonkügelchen, denen Salzablagerungen anhaften, gewaschen und wiederverwendet werden?

    Gebrauchten Blähton kann man nach mehrfachem, gründlichem Wässern und Spülen wiederverwenden. Man kann die Kügelchen über mehrere Stunden im angestauten Wasser einweichen. Abhängig von der Art der anhaftenden Salze lassen sich diese mehr oder weniger gut auflösen. Etwas hartnäckig ist die Ablagerung von Kalk und Gips.

     

  • Sollten Hydrosteine vor der ersten Verwendung mit Wasser gespült werden?

    Günstiger Blähton sollte vor der ersten Verwendung mit Wasser gespült werden. Dadurch werden die anhaftenden Feinteile (Staub durch Abrieb) und mögliche außen anhaftende, lösliche Salze entfernt. Guter Blähton wird einer regelmäßigen Qualitätskontrolle unterzogen. Diese Qualität kann ohne Spülung verwendet werden. Das gilt auch für den pH-Wert: Blähton, der den Qualitätskriterien entspricht, hat einen geringen, zeitlich begrenzten Einfluss auf den pH-Wert der Nährlösung im Gefäß.

     

     

     

  • Kann es zum Versalzen des Blähtons kommen? Geht dann damit eine Überdüngung der Pflanzen einher?

    Ein Hydrokulturgefäß ist ein geschlossenes System: In das Gefäß eingetragene Salze, die nicht von der Pflanze aufgenommen werden, sammeln sich. Dies gilt für Nährsalze ebenso wie für Ballastsalze, die von den Pflanzen nicht oder nur in geringer Menge benötigt werden.
    Grundsätzlich findet durch die kapillare Wasserbewegung von unten nach oben auch ein Transport der darin gelösten Salze statt. Diese kristallisieren infolge der Wasserverdunstung in der obersten trockenen Blähtonschicht, als weißer Belag, aus. Nur Phosphor wird bereits im unteren Bereich ausgefällt. Die Ablagerung der überschüssigen Salze in der obersten Schicht ist positiv, da es auf diese Weise zu einer ständigen Reinigung kommt und einer Überdüngung entgegengewirkt wird.

     

    Salzablagerungen auf dem Blähton

  • Gibt es auch andere Blähtonfarben?

    Blähton für die Pflanzenkultur gibt es nur in der bekannten roten Färbung. Allerdings wird in Gartencentern auch eingefärbter Blähton angeboten. Dieser Blähton wird lediglich zum Abdecken der Substratoberfläche eingesetzt.

     

    eingefärbter Blähton mit Sansevieria bepflanzt

  • Wie verhält sich Blähton im Wasser?

    Bei der Herstellung von Blähton wird der Ton bei sehr hoher Temperatur von etwa 1.200° C gebrannt. Dabei entsteht eine Keramik, die an der Oberfläche weitgehend geschlossen ist. Der Blähton kann im Innenbereich fast kein Wasser aufnehmen. Abhängig davon, wie hoch der Anteil eingeschlossener Luftporen im Blähton ist, kann es sein, dass Blähtonkorn in Wasser aufschwimmt. Die eigentliche Aufgabe des Blähtons – und zwar Wasser an seiner Oberfläche nach oben zu leiten – bleibt davon unberührt.

     

    Qualität des Blähtons ist wichtig

  • Welche Korngröße des Blähton-Granulates ist für die Pflanze ideal?

    Blähton ist in den Korngrößen 4/8 und 8/16 im Handel erhältlich. Für spezielle Zwecke, wie die Vermehrung von Pflanzen, wird auch die Korngröße 2/4 verwendet.

    Die Angabe 4/8 bedeutet, dass die Korngröße zwischen 4 und 8 mm liegt. In zahlreichen Versuchen stellte sich heraus, dass das beste Wachstum meist bei der Körnung 4/8 erzielt wird.

    Dennoch hat sich heute die Körnung 8/16 durchgesetzt, und zwar nicht nur aus optischen Gründen: In der Innenraumbegrünung ist starkes Wachstum nicht erwünscht. Hier kommt es vor allem auf eine gute Haltbarkeit der Pflanzen an. Das Risiko einer Vernässung und damit einhergehendem Sauerstoffmangel ist bei der gröberen Körnung 8/16 deutlich niedriger und deshalb der Körnung 4/8 vorzuziehen.

     

    In Blähton eingespflanzte Zimmerpflanze

  • Kann zu viel gedüngt werden?

    Eine Überdüngung der Pflanzen tritt immer dann auf, wenn zu viele Nährsalze ins Gießwasser eingebracht wurden. Das führt dazu, dass die Pflanze diese Nährstoffe nicht mehr aufnehmen kann, sondern im Gegenteil, der Pflanze Wasser aus den Zellen entzogen wird. Optisch zeigt sich das durch Verbrennungen der Blattränder an.
    In der Hydrokultur kann es leichter zu Überdüngungen kommen, als in Erdkulturen, da die Blähtonkugeln nur eine minimale Pufferwirkung haben, also keinen Dünger zwischenspeichern können. Es ist wichtig einen für die Hydrokultur passenden Dünger auszuwählen und diesen dann, wie auf der Verpackung angegeben, zu dosieren.

     

    Optimal gedüngte Pflanzen sind vital

  • Was ist der Unterschied zwischen Flüssigdünger und Langzeitdünger?

    Flüssigdünger sind meist hochkonzentrierte Nährsalzlösungen. Verschiedene Nährsalze, wie beispielsweise Ammoniumnitrat, Kaliumnitrat oder Ammoniumdihydrogenphosphat werden im Wasser gelöst. Vorteil für den Anwender ist die einfache Dosierung. Er muss lediglich eine bestimmte Menge abmessen und mit der angegebenen Wassermenge verdünnen werden. Die verabreichten Nährstoffe sind für die Pflanzen sofort verfügbar, da sie sich im Wasser lösen.

    Achtung: Die Dosierung verschiedener Flüssigdünger kann sehr unterschiedlich sein. Hier empfiehlt es sich, stets die jeweilige Gebrauchsanweisung genau zu beachten.

    Langzeitdünger hingegen enthalten zumindest einen Teil der Nährstoffe in einer Form, die nicht sofort für die Pflanze verfügbar sind. Diese müssen vielmehr erst mobilisiert, das heißt, in die für Pflanzen nutzbare Form, überführt werden. Dies geschieht bei Erdkulturen dadurch, dass Mikroorganismen organische Stickstoffverbindungen in mineralischen Stickstoff umwandeln. Eine weitere, auch für Hydrokulturen entwickelte, Möglichkeit stellt die Umhüllung der Mineraldüngersalze durch Kunststoffmembranen dar, durch die die Nährstoffe langsam nach außen abgegeben werden.

     

    Pflanzenpflege vom Experten - Kremkau Raumbegrünung

     

     

  • Welche Vorteile haben spezielle Hydrokulturdünger?

    Hydrokulturdünger sollen den besonderen Bedingungen der Hydrokultur gerecht werden. Diese ergeben sich aus der fehlenden Pufferung des Hydrokultursystems und aus der Tatsache, dass es sich um ein geschlossenes System handelt. Wichtige Konsequenzen sind deshalb: Hydrodünger sollten keine Ballast-Salze enthalten (Natrium, Chlorid etc.). Hydro-Salzdünger müssen voll wasserlöslich sein.
    Der Ammonium-N-Anteil sollte nicht mehr als etwa 50 % des gesamten N-Angebotes ausmachen, damit es nicht zur Versauerung der Nährlösung kommt. Ausnahme: Sehr harte Gießwässer. Der Phosphatgehalt sollte deutlich niedriger sein im Vergleich zu Düngemitteln für die Erdkultur. Der Kupfergehalt kann niedriger sein, da Kupfer kaum festgelegt wird. Außerdem enthalten Hydrodünger häufig besonders hochwertige Eisenchelate, die teilweise den höheren Preis solcher Düngemittel rechtfertigen.

     

    Sansevieria im Sideboardgefäß

  • Welcher Dünger ist der richtige?

    Für Hydrokulturen gibt es spezielle Dünger. Anders als bei Erdkulturen, existieren in der Hydrokultur keine Bodenlebewesen, welche organische Bestandteile eines Düngers umbauen und zu pflanzenverfügbaren Stoffen aufspalten können. Was als Dünger in die Hydrokultur eingebracht wird, muss von Anfang an eine pflanzenverfügbare Form haben.
    Einfach ist die Verwendung von Hydrokultur-Flüssigdüngern, welche in geringen Konzentrationen bei jedem Gießen hinzugefügt werden. Die Pflanze wird hiermit permanent mit Nährstoffen versorgt. Als Alternative gibt es Langzeitdünger, welche in das Pflanzgefäß eingebracht werden und über mehrere Monate Nährstoffe an das Gießwasser abgeben. Hier ist ein Wissen über den individuellen Nährstoffbedarf der Pflanze vorteilhaft, um die Düngermenge optimal dosieren zu können.

     

    Üppige Schefflera in Glittergefäß

  • Warum lassen Pflanzen ihre Blätter fallen?

    Auch bei immergrünen tropischen und subtropischen Zimmerpflanzen ist ein geringer Blattverlust ganz normal. Durch das Wachstum werden neue Blätter ausgebildet und alte Blätter abgeworfen. Teilweise ist der Blattabwurf auch eine Reaktion auf einen neuen Standort. Hat sich die Zimmerpflanze an die neue Umgebung gewöhnt, erholt sie sich meist schnell wieder.
    Fallen jedoch verstärkt Blätter ab, kann das verschiedenste Ursachen haben. Eine Möglichkeit ist der Entzug von pflanzenverfügbarem Licht, wie er beispielweise durch verstärktes Abdunkeln der Büroräume im Sommer oder durch tagelangen Lichtentzug über Feier- und Urlaubstage entstehen kann. Hier fallen vor allem die inneren Blätter der Pflanze ab, da sie nicht mehr mit ausreichend Licht versorgt werden.
    Auch ein starker Schädlingsbefall kann die Ursache von Blattverlust sein. Hierbei ist oftmals die gesamte Pflanze betroffen und die Blätter zeigen zusätzlich Befall-Symptome.
    Ebenso führen Pflegefehler zu Blattverlust, sei es ein zu enger Wurzelraum, eine fehlerhafte Düngung oder eine unangepasste Wassergabe.
    Insgesamt ist es immer gut, einen professionellen Raumbegrüner um Rat zu fragen oder die Pflege der Pflanzen im Büro von Anfang an durch einen Profi erledigen zu lassen. Für eine Vollpflege Ihrer Zimmerpflanzen machen wir Ihnen gerne ein individuelles Angebot.

     Eine Pflege der Pflanzen fördert die Pflanzengesundheit

     

  • Was ist ein Wasseranstau bei der Düngung?

    Bei der Kultur von Pflanzen in Blähton ist es notwendig, das Gefäß mit einem Wasser- bzw. Nährlösungsvorrat zu versehen, da der Blähton, im Gegensatz zu anderen Substraten, keine nennenswerten Mengen speichern kann. Dieser Wasservorrat befindet sich im unteren Substratbereich und wird als Wasseranstau bezeichnet.

     

     Einfüllen von einer Nährstofflösung

  • Kann man jeden angebotenen Flüssigdünger verwenden?

    Das Angebot an Flüssigdünger ist inzwischen stark angewachsen. Neben Flüssigdünger für den Profi in Großmengen, werden für den Privatbereich Produkte in kleineren Flaschen angeboten. Meist handelt es sich um sogenannte Universaldünger. Die Angabe, dass Spurenelemente enthalten sind, ist leider keine Gewähr dafür, dass sie wirklich enthalten sind. Vorsicht ist deshalb besonders bei billigen Produkten geboten, denn Spurenelemente sind vergleichsweise teuer.

     

    Verbrauchsfertig abgefüllter Dünger

  • Was ist biologischer Pflanzenschutz?

    In der Raumbegrünung lassen sich verschiedene Maßnahmen unter dem biologischen Pflanzenschutz zusammenfassen.
    Primär sind das die vorbeugenden und mechanischen Pflegearbeiten: Das Entfernen von abgestorbenen Ästen und Laub, das Säubern der Gefäße, der fachgerechte Rückschnitt und ein korrektes Gießverhalten reduzieren die Gefahr, dass sich Schädlinge ansiedeln können.
    Zudem besitzen viele biologische Pflegemittel vorbeugende Eigenschaften, die einen aufkommenden Schädlingsbefall eindämmen oder gar verhindern können. Beispielsweise beinhalten viele dieser Mittel Öle, die sich über Eier und Larven von Schädlingen legen und sie so ersticken.
    Nützlinge sind natürliche, biologische Gegenspieler von Schädlingen, die vor allem bei Großanlagen oder Vertikalbegrünungen gut zum vorbeugenden biologischen Pflanzenschutz eingesetzt werden können. Hier sollte der fachliche Rat professioneller Raumbegrüner eingeholt werden, damit der wirkungsvollste Nützling gegen die entsprechenden Schädlinge ausgebracht wird.
    Auch stärkerer Befall lässt sich durch eine Kombination aus umweltfreundlichen Ölpräparaten und dem anschließenden Einsatz von Nützlingen biologisch bekämpfen. Solche Arbeiten sollten von fachlich geschultem Personal ausgeführt werden, um eine möglichst hohe Effizienz zu erzielen.

     

    Pflegearbeiten an Zimmerpflanzen reduzieren den Schädlingsbefall

  • Bildet sich Schimmel auf dem Blähtonsubstrat?

    Bei den weißen Ablagerungen auf der Oberfläche handelt es sich lediglich um harmlose Salzausblühungen. Schimmelpilze benötigen eine organische Grundlage, die sie auf dem Blähton nicht vorfinden. Wenn das Wasser an der Oberfläche verdunstet, bleiben die Salze zurück und bilden Strukturen, die einem Schimmelrasen ähneln können. Unter dem Mikroskop kann man den Unterschied deutlich sehen. Die Salzanreicherung nimmt mit zunehmendem Salzgehalt des Gießwassers zu. Abhilfe schafft das Abtragen der obersten Blähtonschicht.

     

    Retrogefäß mit Sansevieria

  • Welche Pflanzenschutzmittel sind für den Innenbereich zugelassen?

    Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit führt ein Verzeichnis zugelassener Pflanzenschutzmittel. Für die professionelle Innenraumbegrünung gelten die Mittel des Verzeichnisses "Haus- und Kleingärten" mit der Spezifizierung "Zimmerpflanzen".

     

    mechanische Pflanzenschutz an einer grünen Wand

  • Haben Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmittel einen negativen Einfluss auf die Gesundheit?

    Pflanzenschutzmittel, die zur Pflege von Pflanzen in Räumen eingesetzt werden, bedürfen gemäß dem Pflanzenschutzgesetz einer besonderen Zulassung. Diese wird erteilt, wenn das Produkt "keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit" hat. Voraussetzung ist die sachgerechte Anwendung durch Fachpersonal.
    Besonders empfehlenswert und völlig frei von Chemie ist die biologische Schädlingsbekämpfung mit Nützlingen.

     

    Pflanzenschutz mit ölhaltigen Mitteln

     

     

  • Welche positive Wirkung haben Zimmerpflanzen?

    Zimmerpflanzen verbessern die Raumluft, indem Sie Schadstoffe filtern, Sauerstoff produzieren und so die Luftqualität verbessern. Sie sorgen also für ein gesundes Arbeits- und Wohnumfeld. Studien der NASA und von BMW belegen, dass Pflanzen in Innenräumen die Arbeitsleistung erhöhen und die Krankheitsrate signifikant senken. Zudem sorgt lebendiges Grün für eine gute Stimmung und senkt den Stresspegel.

     

    Zimmerpflanzen haben positive Auswirkungen auf die Psyche

  • Woher kommen die braunen Flecken an den Blätter des Drachenbaumes?

    Bei den Dracaenen gibt es die sogenannte Schokoladenfleckigkeit. Leider ist bis heute nicht bekannt, welche Ursachen letztlich zur Entstehung dieser Krankheit führen. Sehr sicher kann man lediglich Krankheitserreger ausschließen. Als Ursache vermutet werden niedrige Luftfeuchte, hohe Sonneneinstrahlung oder ein zu hoher Salzgehalt im Substrat bzw. der Nährlösung. Von Pflegefirmen wird außerdem immer wieder berichtet, dass solche Blattflecken oft bei zu engem Wurzelraum auftreten.

     

    Blick durch das Grün

     

  • Welche besonderen Anforderungen haben Farne in Hydrokultur?

    Grundsätzlich lassen sich auch Farne in Hydrokultur, also in Blähton, kultivieren. Allerdings zeigt die Praxis, dass Farne sehr empfindlich auf einen zu hohen Wasserstand reagieren. Deshalb muss streng beachten werden, dass der Wasserstand sicher auf null abgesunken ist. Sicherheitshalber sollte dann noch einige Tage bis zum Auffüllen gewartet werden.

     

     Stimmungsbild Farnwedel

  • Welche Pflanzen einer Hydrokultur vertragen eine Fußbodenheizung am Besten?

    Grundsätzlich lässt sich jede Pflanze aus dem Hydrosortiment einsetzen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Bei der Fußbodenheizung sollte die direkte Wärmeübertragung vom Fußboden über das Gefäß zur Nährlösung verhindert werden - beispielsweise durch Einbau von Rollen oder durch Unterlegen einer wärmedämmenden Scheibe (Styropor, Kork etc.).
    Wird der Wärmeübergang nicht unterbrochen, kann es zu einer starken Erwärmung der Nährlösung und in der Folge zu Sauerstoffmangel sowie einer verstärkten Verdunstung kommen. Letzteres fördert die Anreicherung von Salzen in der Wurzelzone.

     

    Pflanzeninsel aus drei Gefäßgrößen mit Glücksfedern

  • Welche Pflanze ist die richtige?

    Die Auswahl der richtigen Pflanze hängt von mehreren Faktoren ab. Primär sind das Temperatur- und Lichtverhältnisse, aber auch der zur Verfügung stehende Platz und die Funktion, welche diese Pflanze übernehmen soll.
    Die Grundlage einer optimalen Pflanzenauswahl sollte eine fachliche Beratung sein. Hier stehen die Raumbegrüner mit Rat und Tat zur Verfügung.

     

    PLANT-ED-WALL als mobiler Raumteiler

  • Welche Schädlinge gibt es in der Innenraumbegrünung?

    Das trockene und warme Büroklima bietet einer Vielzahl von Schädlingen ideale Lebensbedingungen.
    Weder Wind noch Regen, natürliche Fressfeinde oder große Temperaturunterschiede machen den Pflanzenschädlingen in Räumen zu schaffen.
    Vor allem verschiedene Laus-, Thrips- und Milbenarten können sich an den Pflanzen ausbreiten und durch saugende und fressende Tätigkeiten Schaden anrichten. Sie sind in der Regel so klein, dass für das menschliche Auge nur das Schadbild sichtbar wird, über welches Rückschlüsse auf den Schaderreger und dessen Bekämpfung gezogen werden. Hier ist ein frühzeitiges Erkennen sehr wichtig, da ein starker Befall nur mit sehr hohem Aufwand oder gar nicht mehr behoben werden kann. Der geschulte Blick eines Raumbegrüners ist sehr hilfreich. Werden die Pflanzen in eine professionelle Pflege gegeben, lassen sich die meisten Befallsherde frühzeitig eindämmen oder gar verhindern.

     

     Blattlausbefall an einem jungen Trieb

    Bildmaterial: Dipl.-Biol. Helge Arp, re-natur GmbH

  • Wie bekämpfe ich Pflanzenschädlinge im Innenraum?

    Grob betrachtet gibt es drei verschiedene Möglichkeiten einen Schädlingsbefall zu bekämpfen:

    1. Der mechanische Pflanzenschutz ist ein erster und wichtiger Schritt. Hierbei werden die befallenen Blätter und Triebe entfernt, die Pflanze oft stark zurückgeschnitten und der Schädlingsbefall so deutlich minimiert.

    2. Zur eigentlichen Bekämpfung stehen den meisten Schädlingen als nachhaltige, biologische Gegenspieler Nützlinge zur Verfügung. Fast jeder Schädling lässt sich durch einen Nützling bekämpfen. Eine Fachberatung der Raumbegrüner und der anschließende gezielte Einsatz von Nützlingen sind eine gute Methode zur umweltschonenden Schädlingsbekämpfung. Nützlinge lassen sich auch sehr gut vorbeugend einsetzen, damit sich ein möglicher Schädlingsbefall gar nicht erst entwickeln kann.

    3. Als dritte Möglichkeit gibt es noch wenige zugelassen Pflanzenschutzmittel für den Haus- und Kleingartenbereich, worunter Büroräume und Wintergärten fallen. Die monatlich aktualisierte Liste veröffentlicht das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: https://apps2.bvl.bund.de/psm/jsp/index.jsp

     

  • Welche Schadbilder bei Pflanzen gibt es?

    Die Ursache von Schadbildern an Pflanzen sind meist mikroskopisch klein oder spielen sich im nicht sichtbaren Wurzelbereich ab. So muss häufig vom oberen, grünen Teil der Pflanze anhand von Veränderungen der Blatt- oder Stammstruktur auf mögliche Schaderreger geschlossen werden.
    Oftmals sind es auch Kulturfehler- und Pflegefehler, welche zur Veränderung der Pflanze führen. Zimmerpflanzen wurzeln in der Regel in einem relativ kleinen, abgeschlossenen Behälter, wodurch beispielsweise durch falsches Gießen schnell ein faulig-schlappendes Schadbild hervorrufen werden kann, dessen Ursache im Wurzelbereich liegt.
    Auch Kälte und Zugluft können bei tropischen oder subtropischen Pflanzen zu verbrannten braun-schwarzen Blättern führen.
    Saugende und stechende Schädlinge verändern die Blattstruktur durch ihre Tätigkeiten, was oftmals mit farblichen Veränderungen der Blätter und dem Ausscheiden von klebrigem Honigtau einhergeht.
    Optimal für eine nachhaltige Pflanzengesundheit ist es, die Pflege der Pflanzen spezialisierten Raumbegrünern zu übertragen, welche solche Schäden entweder verhindern oder schnell erkennen und bekämpfen können.

     

    Sansevieria in modernem Raumteiler

  • Warum blüht mein Oleander nicht?

    Möglicherweise liegt es am Rückschnitt. Die Blüten werden nämlich nur an zweijährigen Trieben angesetzt.

     Blüte eines Oleanders

     

  • Kann man Teepflanzen in Hydrokultur kultivieren?

    Prinzipiell kann man jede Pflanze in einer Hydrokultur kultivieren, also auch Tee (Camellia sinensis). Teepflanzen benötigen einen niedrigen pH-Wert zwischen 4,5 und 5,5. Dies erreicht man durch Gießen mit relativ weichem Wasser und ausreichendem Ammonium-Anteil im Düngemittel. Pures Regenwasser ist auf Dauer allerdings nur geeignet, wenn ausreichende Mengen Kalzium enthalten sind.

     

    Blähton für Hydrokultursysteme

  • Wie werden Schilddläuse effizient bekämpft?

    Grundsätzlich ist eine biologische Bekämpfung mit wiederholten Einsatz von Florfliegenlarven möglich. Allerdings sollte vorher eine Spezialberatung in Anspruch genommen werden.
    Eine chemische Bekämpfung ist auch möglich, sollte jedoch systemisch erfolgen. Zugelassene Mittel sind im Fachhandel zu erfragen.
    Geeignet sind auch Präparate auf Ölbasis. Mit diesen lassen sich vor allem die jungen, noch mobilen Stadien bekämpfen. Eine wiederholte Anwendung ist daher sehr wichtig.
    Auch Blattglanzmittel haben oft eine sehr gute Wirkung gegen Schildläuse.

     Florfliege als Nützling

     Bildmaterial von: Dipl.-Biol. Helge Arp, re-natur GmbH

  • Welche Bekämpfungsmöglichkeiten gibt es gegen Schmierläuse?

    Grundsätzlich ist eine biologische Bekämpfung mit dem Australischen Marienkäfer (Cryptolaemus mon-trouzieri) oder Schlupfwespen (Leptomastix) möglich.
    Zur chemischen Bekämpfung eignen sich verschiedene Sprühpräparate, deren Zulassung jedoch immer weiter eingeschränkt werden.
    Geeignet sind auch Präparate auf Ölbasis. Auch Blattglanzmittel haben oft eine sehr gute Wirkung gegen Schmierläuse.

     

    Wolläuse auf einer Pflanze

     Bildmaterial: Dipl.-Biol. Helge Arp, re-natur GmbH

  • Was macht man gegen Springschwänze?

    Springschwänze (Collembola) sind flügellose, nur 1–3 mm lange Urinsekten. Ihren Namen haben sie von ihrer Fähigkeit, mit Hilfe einer am Hinterleib angebrachten Sprunggabel mehr oder weniger große Sprünge zu machen. Als Bodenbewohner sind sie eher als nützlich einzustufen, da sie an der Umsetzung der organischen Substanz beteiligt sind.
    An Zimmerpflanzen treten sie kaum als Schädling auf. Sie sind eher Anzeiger für Wurzelfäule aufgrund von Vernässung und bei Massenauftreten eben lästig. Nur bei sehr starker Massenvermehrung können die Collembolen neben dem abgestorbenen, faulenden Material gelegentlich auch gesunde Wurzeln anknabbern und dann auch als Schädlinge betrachtet werden.
    Bei verstärktem Auftreten sollte unbedingt der Wurzelbereich kontrolliert werden, ob faulende organi-sche Substanz die eigentliche Ursache für das Auftreten der Springschwänze darstellt. Wenn der Wurzelraum wieder in einen optimalen Zustand gebracht wurde, erübrigen sich in der Regel direkte Bekämpfungsmaßnahmen. Bei Hydrokulturpflanzen hilft oft ein kurzfristiges vollständiges Überstauen, mit dem ein Großteil der Tiere ausgeschwemmt werden kann. Chemische Maßnahmen zeigen in der Regel keine ausreichende Wirkung, wenn nicht die Ursachen für die Wurzelfäule beseitigt werden.

     

    verschlammtes Substrat

    Bildmaterial: Dipl.-Biol. Helge Arp, re-natur GmbH

  • Wie bekämpfe ich Trauermücken?

    Das Auftreten dieser Schädlinge in Hydrokultur ist sehr ungewöhnlich, da sich ihre Larven (glasig, mit schwarzer Kopfkapseln) in der Regel von leicht zersetzbarer organischer Substanz ernähren. Meist gibt es Probleme bei Verwendung torfhaltiger Substrate und übermäßiger Nässe. Besonders gefährdet sind sehr junge Pflanzen.
    Die Beseitigung der Futterquellen (d.h. des geschädigten Wurzelgewebes) sollte eine erste Behandlungsmaßnahme darstellen. Eine chemische Bekämpfung der eigentlich schädlichen Larven (Maden) ist bei Zimmerpflanzen kaum möglich. Sehr gut eignet sich der Einsatz von Nützlingen: Dabei haben sich insektenpathogene Nematoden (Fadenwürmer) im Bereich der biologischen Schädlingsbekämpfung bewährt.

     

    Larve von Trauermücken

    Bildmaterial: Dipl.-Biol. Helge Arp, re-natur GmbH

  • Wie gehe ich gegen Schimmelbildung im Pflanzgefäß vor?

    Verpilzungen von Substratoberflächen bei organischen Substraten (Blumenerden, Torf) kommen hin und wieder vor. Sie werden von Pilzen der Gattungen Plicaria, Peziza und Acremonium verursacht, die die Pflanzen allerdings nicht angreifen. Es ist eher ein ästhetisches Problem und möglicherweise auch ein Problem für Allergiker. Die Verpilzung wird vermutlich durch bestimmte Inhaltsstoffe des Substrates gefördert, außerdem durch feuchte und kühle Kultur.
    Eine erste Gegenmaßnahme ist das Abtragen der obersten Substratschicht und mäßiges Gießen. Es hilft auch, wenn nur von unten gegossen wird. Die dann einseitig nach oben gerichtete Wasserbewegung führt mittelfristig dazu, dass sich an der Substratoberfläche hohe Salzkonzentrationen einstellen, die das Pilzwachstum beeinträchtigen.
    Verpilzte Substratoberflächen bei Blähton haben sich bisher in keinem einzigen Fall bewahrheitet. Es handelte sich dabei stets um die täuschend ähnlich aussehende Ablagerung von Salzen. Dies ist ein na-türlicher und durchaus erwünschter Prozess. Auf diese Weise werden überschüssige Salze aus dem System entfernt. Wen es stört, sollte die oberste Blähtonschicht hin und wieder ausgetauscht werden.

     

    Pflanzensubstrat für gesunde Begrünungen

  • Lassen sich Erdpflanzen auf Hydrokultur umstellen?

    Das Umstellen von sogenannten Erdpflanzen auf Hydrokultur ist grundsätzlich problematisch. Dies gilt ganz besonders für ältere und größere Pflanzen. Das Auswaschen des Torfsubstrates ist mit hohem Aufwand verbunden und gelingt in der Regel nicht perfekt.
    Dafür entstehen am Wurzelsystem eine Vielzahl von Verletzungen – ideale Eintrittspforten für Krank-heitserreger. Der Totalverlust der Pflanze kann die Folge sein. Auch Profibetriebe rechnen bei der Umstellung mit Ausfallraten von 30 % und mehr.

     

    Retrogefäß mit Sansevieria

  • Kann man Hydrokulturpflanzen in ein Erdsystem umtopfen?

    Hydrokulturbepflanzungen sind in speziellen Gärtnereien in Hydrokultursystemen angezogen worden. Sie haben dabei ein speziell auf diese Verhätltnisse angepasstes Wurzelwerk gebildet. Das Umtopfen solcher Blähton-Pflanzen in Erde ist schwierig und nicht empfehlenswert.

     

     Zimmertanne in Hydrokultur

  • Mit welchen Pflanzenarten können die Vertikalbegrünungen bestückt werden?

    Bei ausreichender Lichtversorgung ist eine breite Auswahl an Zimmerpflanzen in den Pflanzenwänden möglich.

    Einer Gestaltung nach individuellen Wünschen steht bei guten Rahmenbedingungen nichts im Wege. Es lassen sich einheitlich grüne Flächen aus dichtem Grün, in sich verwebende Bereiche aus verschiedenen Blattfarben oder ein Dschungel verschiedener Pflanzenarten verwirklichen. Gerne beraten die Raumbegrüner über die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten.

     

    Üppig begrünte Pflanzenwand

  • Lässt sich ein Ficus benjamini auf Hydrokultur umkultivieren?

    Das Umstellen von Erdpflanzen auf Hydrokultur ist äußerst problematisch und sollte vermieden werden. Einerseits muss die Erde möglichst sorgfältig entfernt werden. Andererseits werden, wenn dies sorgfältig geschieht, dadurch die Wurzeln erheblich beschädigt. Krankheitserreger können sich leicht etablieren. Außerdem benötigen die Pflanzen in Hydrokultur morphologisch gesehen andere Wurzeln, die sie erst neu bilden müssen. Wir empfehlen daher, Erdpflanzen nicht in Hydrokultur, sondern in Seramis zu überführen.

     

    Seramis ist für Erdpflanzen ein gutes Speichersubstrat

  • Lassen sich Kakteen in Hydrokultur kultivieren?

    Kakteen lassen sich problemlos in Hydrokultur kultivieren. Ideal ist es, wenn die Sukkulente von Beginn an in Hydrokultur kultiviert wurde. Das Umstellen von Erd- auf Hydrokultur ist problematisch. Dabei muss das Erdsubstrat möglichst sorgfältig entfernt werden, was zu Schäden der Pflanze führen kann.
    Mehr noch als bei anderen Pflanzenarten in Hydrokultur gilt für Kakteen, dass der Wasserstand möglichst niedrig eingestellt und für eine ausreichend lange "Trockenphase" gesorgt wird, nachdem der Wasserstandsanzeiger auf null abgesunken ist.

     

    Echinokaktus von Oben

     

     

  • Kann man Orchideen in Hydrokultur kultivieren?

    Orchideen lassen sich problemlos in Hydrokultur kultivieren. Orchideen gehören sogar zu den ersten Pflanzen, die in diesem Kulturverfahren erfolgreich produziert wurden. Problematisch kann lediglich die Umstellung von Erd- auf Hydrokultur sein. Dabei muss das Erdsubstrat möglichst sorgfältig entfernt werden. Gerade bei Orchideen lassen sich dabei Wurzelverletzungen nicht vermeiden, wodurch das Risiko von Krankheiten zunimmt. Aus diesem Grund ist es besser, sich Orchideen zu beschaffen, die bereits in Blähton angezogen wurden.
    Mehr noch als bei anderen Pflanzenarten in Hydrokultur gilt für Orchideen, dass der Wasserstand möglichst niedrig eingestellt und für eine ausreichend lange "Trockenphase" gesorgt wird, nachdem der Wasserstandsanzeiger auf null abgesunken ist. Es empfiehlt sich in diesem Fall etwa eine Woche mit dem Nachfüllen zu warten. "Hydroprofis" füllen dann nur so viel Wasser auf, bis der Wasserstandsanzeiger zu steigen beginnt. Bei direkter Sonneneinstrahlung muss die "Trockenphase" bei Orchideen natürlich kürzer gestaltet werden.

     

    Textilbepflanzung eines Tischgefäßes

     

  • Wie wähle ich die richtige Kulturtopfgröße?

    Hydrokultur-Kulturtöpfe sind in der Regel auf die jeweiligen Wasserstandsanzeiger abgestimmt und in Höhe und Durchmesser genormt. Aus den Normen ergibt sich ein einheitliches Bezeichnungssystem. So steht bei einem Kulturtopf 13/12 die erste Zahl für den Durchmesser, während die zweite Zahl die Höhe in cm angibt. Beim Umtopfen einer Pflanze sollte der neue Topf eine bis zwei Nummern größer sein.

     

    Hydrokulturtopf

  • Ist die Umkultivierung einer Yucca-Palme auf Hydrokultur möglich?

    Es ist nicht empfehlenswert, eine in Erdsubstrat gewachsene Yucca auf Hydrokultur umzustellen. In der Regel gelingt es bei dieser Pflanzenart nicht, den Wurzelballen restlos von der Erde zu befreien. Außerdem werden die Wurzeln beschädigt. Beides zusammen schafft günstige Bedingungen für Erreger von Wurzelfäulnis.

     

    Yucca Palme im Holzscheibengefäß

  • Wie oft sollte man Hydropflanzen umtopfen?

    Pflanzen müssen umgetopft werden, wenn:

    • die Größenverhältnisse zwischen Pflanze und Gefäß nicht mehr stimmen.
    • das Substrat durch mikrobielle Zersetzung verdichtet ist
    • das Substrat im Verlaufe der Zeit versalzen ist

    Ein Umtopfen ist dann erforderlich, wenn die Pflanzen zu groß geworden sind. Dies kann deutlich hinausgezögert werden, wenn bestimmte Pflanzenarten, wie beispielsweise der Ficus benjamina, regelmäßig geschnitten werden. Ein Umtopfen ist spätestens dann fällig, wenn das Gefäß durch den Wurzeldruck ausbeult. Zamiaculcas und Beaucarnea-Arten haben beispielsweise diese Eigenschaft.

     

    Umkultivieren von Zimmerpflanzen

  • Was hilft gegen Dickmaulrüssler?

    In der Raumbegrünung sind die Larven der Dickmaulrüssler gefährlich. Sie befinden sich im Wurzelbereich von Erdpflanzen und fressen die Wurzelrinde ab. Die Pflanzen können keine Nährstoffe und kein Wasser mehr aufnehmen, werden braun und vertrocknen.
    Eine gute und effektive Wirkung gegen diese Schädlinge sind Nematoden. Das sind Fadenwürmer, die über das Gießwasser ausgebracht werden. Im Wasserfilm des Bodens bewegen sich die Nematoden zu den Larven der Dickmaulrüssler und töten diese ab. Gerne stehen Ihnen die Raumbegrüner mit Rat und Tat zur Verfügung.

     

    Larve der Dickmaulrüssler fressen Pflanzenwurzeln

     Bildmaterial: Dipl.-Biol. Helge Arp, re-natur GmbH

  • Wie wichtig ist die Standortwahl für Zimmerpflanzen?

    Die meisten Pflanzen für den Innenraum kommen aus tropischen- und subtropischen Regionen und benötigen, je nach Art, unterschiedlich viel Licht. Um dauerhaft Freude an der Zimmerpflanze zu haben, sollte der Standort auf die natürlichen Ansprüche der Pflanze angepasst werden. Ebenso sind Temperaturen, Zugluft oder Klimaanlagen zu beachten.
    Durch eine Beratung von einem spezialisierten Raumbegrüner lässt sich für die meisten Standorte im Innenraum eine passende Pflanze finden. Bei schlechten Lichtbedingungen oder anderen extremen Bedingungen gibt es eine breite Auswahl textiler Begrünungslösungen, die lebensechtes Pflanzenflair in die Räume bringen. Selbst Profis erkennen kaum noch den Unterschied zu lebendigem Grün.

     

    Rohgefäße mit Lyrata

  • Wie werden die Pflanzen mit Wasser versorgt?

    Die meisten der etablierten Pflanzenwand-Systeme besitzen Wasserspeicher, über die die Pflanzen versorgt werden. Oft kann zwischen einer automatischen oder einer manuellen Bewässerung ausgewählt werden.
    Bei einer automatischen Bewässerung müssen zur Planung die Haustechnik und ein Installateur eingebunden werden, da in den meisten Fällen neben dem Zulauf auch ein Ablauf für das Wasser integriert wird. Diese Lösung empfiehlt sich für große Pflanzenwände, deren oberen Bereiche nicht mehr ohne Gerüst oder Hebebühne erreichbar sind.
    Manuelle Bewässerungs-Systeme lassen sich mit der Gießkanne oder einem Schlauch befüllen und haben eine Anzeige, welche die Füllmenge sichtbar macht und ein Übergießen verhindert. Hier gibt es eine große Auswahl von lebendigen Pflanzenbildern bis hin zu raumhohen grünen Wänden.
    Erfahrene Raumbegrüner beraten sie gerne und koordinieren die Planung, Installation, Bepflanzung und Pflege der Wände.

     

    Manuelles Gießen des LivePanel

     

  • Ist für vertikale Begrünungen im Innenbereich eine zusätzliche Beleuchtung nötig?

    Für eine vertikale Begrünung mit echten Pflanzen muss genügend pflanzenverfügbares Licht vorhanden sein, denn nur so kann eine nachhaltig gesunde Wand aus lebendigen Pflanzen garantiert werden.
    In den meisten Fällen werden grüne Wände in schattigen Raumbereichen installiert. Hier ist es unumgänglich, mit Pflanzenleuchten für eine ausreichende Lichtversorgung zu sorgen. Es gibt spezielle Decken- und Wandstrahler, die eine ausreichende Lichtversorgung sicherstellen. Fachlich geschulte Raumbegrüner beraten sie gerne und helfen Ihnen bei der Lichtplanung.
    Mooswände, die konserviert sind, und auch textile Pflanzenwände benötigen kein zusätzliches Pflanzenlicht und können an jedem Standort im Gebäude ohne Zusatzbeleuchtung angebracht werden.

     

    Beleuchtung einer Pflanzenwand

  • Am geplanten Standort der Pflanzenwand gibt es keinen Wasseranschluss und -abfluss?

    Für Moos- und lebensechte textile Pflanzenwände ist das kein Problem, da diese keine Wasserversorgung benötigen.
    Lebendige vertikale Begrünungen müssen mit Wasser versorgt werden. Jedoch ist nicht zwangsweise eine automatische Bewässerungsanlage notwendig. Es gibt auch Systeme, die manuell mit Wasser versorgt werden können.

     

    Pflanzenwand und Pflanzenbild

  • Was kostet eine vertikale Begrünung?

    Je nach Ausgestaltung der Pflanzenwand sind die Kosten sehr unterschiedlich. Ein kleines lebendiges Wandbild mit manuell befüllbarem Wasserspeicher beginnt bei etwa 350 Euro. Große, flächendeckende Vertikalbegrünungen beinhalten deutlich mehr Technik und Planung. Die Preise werden nach m² berechnet. Eine ungefähre Angabe, was eine Pflanzenwand kostet, findet sich in der jeweiligen Beschreibung.

     

    Einsteigermodel der Wandbegrünung

  • Wer übernimmt die Pflege der Pflanzen?

    Die Pflege einer lebendigen Pflanzenwand sollte in professionelle Hände gelegt werden. Es ist ratsam, diese schon in der Planung einer solchen Anlage mit einzuplanen. Spezialisierte Raumbegrüner sorgen dafür, dass die Pflanzen natürlich wachsen, kümmern sich um eine ideale Nährstoff-und Wasserversorgung und beugen etwaigem Schädlingsbefall schon frühzeitig vor.

     

    Professionelle Pflanzenpflege