Wir pflanzen die Urwälder neu - in Häusern und Büros (Foto: S. Böttcher)

Raumbegrüner arbeiten mit Bürobegrünungen gegen das Abholzen der Regenwälder an indem sie Urwaldpflanzen in Büros integrieren.

Brasiliens Regenwald schwindet rasant. Experten melden Gefahr für das Weltklima, denn die Urwaldpflanzen gelten als grüne Lunge des Planeten. Im Gegenzug halten die grünen Helden zunehmend Einzug in unsere Wohn- und Arbeitsräume. Dort pflanzen ‚die Raumbegrüner' Stück für Stück die Urwälder neu.

„Unsere Zimmerpflanzen sind in den tropischen und subtropischen Wäldern der Erde zuhause und dort als grüne Lungen des Planeten unersetzlich. Die gleiche Funktion übernehmen sie in unseren Räumen", erklärt Lutz-Peter Kremkau, Sprecher des bundesweiten Verbunds „die Raumbegrüner".

Pflanzenwände kombiniert mit mobilen Paravents

Wände aus lebendem Grün kombiniert mit mobilen Pflanzen-Paravents, die sich auf Rollen leicht bewegen lassen


Das Phänomen: Arten und Sorten, die in ihrer exotischen Heimat wachsen wie hierzulande Eiche und Buche, sind für die Licht- und Temperaturverhältnisse unserer Räume besonders geeignet. Zu den bekanntesten Arten gehört z.B. Ficus benjamini (Birkenfeige), der daheim mit bis zu zehn Meter Höhe förmlich in den Himmel wächst. Entsprechend braucht er in unseren Gebäuden helle, lichtdurchflutete Standorte.
Gewächse hingegen, die im Tropenwald eher in mittlerer Höhe oder am Boden bleiben, kommen mit weniger Licht aus. Dazu gehören Arten von Schefflera (Strahlenaralie) oder Dracaena (Drachenbaum), wie sie z.B. in Costa Rica für die Raumbegrünung in Europa auf Plantagen kultiviert werden. Hinzu kommen Kletterpflanzen wie die unverwüstliche Efeutute (Epipremnum aureum), die zu den absoluten Luftverbesserern im Haus zählt.

Urwald in Indonesien

Anhand ihrer heimischen Wuchsordnung erkennt man die Lichtbedürfnisse der Pflanzen: Was auf mittlerer Höhe oder als Bodendecker wächst kommt mit weniger Licht aus als die lichthungrigen Riesen.

Pflanzenwand als Dschungle bepflanzt

 So können die gleichen Arten - hier Scindapsus, Philodendron, Dracaena und Aglaonema - auch bei hiesigen Lichtverhältnissen gedeihen.

 

 

Dschungel-Feeling: Tropenpflanzen verbessern das (Raum-)Klima


Denn mit den Tropenflanzen kann dicke Luft der Vergangenheit angehören: Sie binden Kohlenstoff, produzieren den für uns lebensnotwendigen Sauerstoff und adsorbieren sogar bestimmte Luftschadstoffe aus Innenräumen. Ärzte und Berufsgenossenschaften empfehlen, Pflanzen zur Verbesserung des Raumklimas sowie des persönlichen Wohlbefindens einzusetzen.
„Geruch und Akustik im Raum werden durch Pflanzen deutlich verbessert", erklärt Raumbegrüner Kremkau. „Ihre besondere Blatt- und Wurzelatmung reinigt die Luft, bioaktiv steigern sie die Luftfeuchtigkeit." Kopfschmerz und Erkältungskrankheiten, typische Auswirkungen von zu trockener Raumluft, würden so messbar durch Pflanzen reduziert.

 

Begrünte Flächen werden immer größer


Und die Flächen, welche die Spezialisten begrünen können, werden immer größer: Pflanzen nehmen ganze Wände ein! Mauern mitten im Gebäude werden dank fortschrittlicher Pflanz-Techniken zu lebenden, atmenden, grünen Inseln – in Foyers und Wohnzimmern, in Büros und Konferenzzimmern.
Mit zwei Pflanzenwänden aus 1.650 Pflanzen – mit 55 qm Fläche größer als manche Wohnung! –hatte sich das Land Brasilien noch 2017 zur Weltklimakonferenz in Bonn präsentiert: Der südamerikanische Staat verfügte über das weltweit größte Schutzgebietssystem für Tropenwälder, wollte dies auf über 60 Millionen Hektar ausweiten und landesweit den Aufbau von 12 Mio. Hektar Tropenwald fördern. Diese Pläne hat der 2018 gewählte Staatspräsident Jair Bolsonaro bekanntlich umgekehrt.
Nachhaltig hingegen ist das Pflanzsystem, das bei der Installation der grünen Wände zum Einsatz kommt: Automatische Bewässerung und Langzeit-Düngung sorgen dafür, dass die Begrünung im Raum jahrelang pflegeleicht gedeihen kann. So erzeugen manche Pflanzenwände schon seit über zehn Jahren unermüdlich frische Luft, Natur zum Anfassen und Kult-Ambiente – vertikal bepflanzt mit lebendem Grün, wie es im Regenwald als Bodendecker wächst.

Dracaena am natürlichem Standort

Auch die Drachenbäume sind in tropischen Gefilden beheimatet und bewirken in unseren Räumen einen tollen Effekt.

Dracaena im mobilen Pflanztopf

 

Mobile Pflanzenwände: Natürlich, funktional und ästhetisch


„Die Pflanzenwand spart Platz und erfüllt zugleich höchste botanische und technische Ansprüche", betont Kremkau. „Wo Nebengeräusche und Ablenkung ausgeblendet werden sollen, bieten sich zudem mobile Lösungen an."
Ein „Pflanzen-Paravent" etwa ist mit Möbelrollen ausgestattet und lässt sich mit zwei Fingern an jeden Platz bewegen. Als Sicht- und Schallschutz schafft er Diskretion und verbessert die Luftqualität – eine schützende Hecke u.a. für Beratungsinseln und Großraumbüros.

 

Grüne Lungen im zeitgemäßen Gewand


„Mit der Integration von Technik und Natur holen wir uns den Urwald zivilisiert ins Haus", beschreibt Lutz-Peter Kremkau: „Lebende, grüne Lungen im zeitgemäßen Gewand – langlebig, bioaktiv und bildschön."
Der deutschlandweite Verbund „die Raumbegrüner" bietet in jedem Bundesland Spezialisten für lebendes Grün in privaten und öffentlichen Gebäuden, z.B. in Unternehmen, Banken, Kliniken, Schulen, Hotels, Schwimmbädern, Flughäfen. Der Verbund ist international vernetzt und garantiert gleichbleibend hohe Qualitätsstandards. www.dieraumbegruener.de

Raumtrennung und Sichtschutz mit Sansevierien und Philodendron

Grüne Raumteiler im weißem Gewand: Sichtschutz und Pflanzbänke bestechen den Kontrast von organischem Grün in geometrischen Formen.

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